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Semiotik - Blog. Wir versuchen eine Definitio und sehen dann weiter....

 

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Semiotik * Baustein Definition
Semiotik * Baustein Definition
359 days ago 0 comments Categories: Books Tags: Semiotik, Kunstsemiotik, Diskurstheorie, Kunsttheorie

Semiotik ist die Theorie der Zeichen. So einfach beginnt es, und so endet das Einfache.  Denn was ist ein Zeichen? Ihre konkrete Existenz führen Zeichen in der Sprachpraxis oder - neutraler - Interaktion von Pflanzen, Tieren und Menschen - am offensichtlichsten als Signale, die der Fortpflanzung und Täuschung dienen. An Tieren nehmen wir Gesänge, Ausdrucksgebärden und Ordnungssignale wahr, spielerische Gesten (das klatschend-springende Kind und das buckelnde Pferd, das hüpfsschlenkernde Meerschweinchen etc.) und überall Samptome. Menschen beginnen über Zeichen zu theoretisieren, als sie zu ihren stark konventionalisierten Ausdrucksgebärden und Ordnungssignalen aus gesprochener Sprache die Schrift hinzufügen. Nahezu entsetzt von der anonym-ordnenden Kraft der Schrift reflektieren Aischylos und Sokrates über Zeichenformen und die Verschriftlichung der Sprache. Auf der Theaterbühnen und im Dialog ausagiert, bilden diese Fundamente des europäischen Denkens auch die Grundlage für die psychoanalytischen Theorien unbewusster Sprachhandlungen wie Traumnotizen, -erinnerungen und  -erzählungen. In der orientierenden Funktion, die die Antike in solchen Sprachhandlungen vermutete, erkannte Freud ein Feld für eine wissenschaftliche, analytische Methode. Für die kritische Psychoanalyse nach Lacan und Foucault, d.h. insbesondere Irigaray, steht mehr im Vordergrund, dass der Begriff des Unbewusstes an sich inszenatorisch ist. Das entwickelte auch Derrida, Foucault-Schüler und Philosophie-Historiker mit einer Verbindung zur arabischen Tradition, zu seiner bekannten Theorie der Dekonstruktion sprachlicher Bezugswelten. Die Inszenierung des Unbewussten wird darin zum Prototyp illusionärer Annahmen eines unmmittelbaren, nicht zeichenhaften Bezugs zum auktorialen Ich. Daraus entwickelte sich in den Kunst- und Literaturwissenschaften eine allgemeine Theorie der dekonstruktiven Lektüre von Texten im allgemeinen Sinne - also Zeichengefüge, die nicht notwendig auf ein sprachliches System im Sinne einer Langue zu beziehen sind. Klassifizierende Definitionen wichtiger Begriffe wie "Zeichen", "Symbol", "Ikon", "Erzählung", "Diskurs" verlieren in diesen Theoprien einerseits ihre Naivität, udern andererseits quasi inszenatorisch ins Allusive aus. In einem anderen Sinne an der Zeichenpraxis orientiert, aber viel rigoroser im Begrifflichen, ist der Pragmatismus von Charles Sanders Peirce, ebenfalls ein Meilenstein der Zeichentheorie in der amerikamsichen Tradition. Peirce geht von der wissenschaftlichen Praxis aus und deren Aufgabe oder Problem einer wissenschaftlichen Darstellung von Sachverhalten auch über die sprachliche, propositionale Form hinaus - also durch Karten, Bilder oder durch Zeichen, die wie Indizien mehr oder weniger eindeutige Rückschlüsse zulassen. Peirce wurde über seine Rezeption in Oxford und Cambridge der 20er Jahre für die Wissenschafts- und Sprachphilosophie der Gegenwart relevant. Er beschrieb neben Zeichentypen auch Formen des quasi-wissenschaftlichen Schließens wie die *Abduktion*, die mit der Art und Weise, wie man aus nicht präkodierten oder nicht-sprachlichen Zeichen Erkenntnisse gewinnt. Speziell auf die Theaterwissenschaft bezogen ist die Semiotik von Erika Fischer-Lichte. Ihr mehrbändiges Werk zum Thema untersucht die historischen Formen des europäischen Theaters im Verbund mit klassifikatorischen Beschreibungen der Bühnendarstellungen. Semiotische Grundbegriffe wie "Zeichen" und "Symbol" werden einerseits in der Tradition der deutschsprachigen Kunsttheorie des 18. Jahrhunderts, andererseits vor dem Hintergrund eines existenzialphilosophischen Subjekt- und Bühnenbegriffs expliziert. Der Übergang zu einer weniger oktroyierenden, mehr den jeweils historischen Zeichenverwendungen angemessenen Theorie gelingt in der Theatertheorie besser in den Schriften von Vidal-Naquet, der insbesondere das Theater der griechischen Tragödie und dessen zeichensprachliche Diskursformen im Sinne der Mythentheorien von Levi-Strauss analysiert und entidealisiert. In Kunst und Filmtheorie stehen dagegen Theorien im Vordergrund, die einzelne Begrifflichkeiten der Semiotik einbinden in einer Theorie der Inszenierung des Blicks. Eine Ausnahme macht für den Film vielleicht Christian Metz, der mehr am Aufweis einer in der Technik des Mediums liegenden Langue orientiert ist. In der Gegenwartskunst stehen die strengere ikonografische Theorie von Erwin Panofsky, lediglich romantisiert durch Aby Warburg, relativ unversöhnt neben den performativen Ansätzen, die Kunst als gezielt dekonstruktives, inszenatorisches Spiel mit kulturellen Fundamentalbegriffen wie Gender, Werk und Wert betrtachten. Als Autorin des letztgenannten Ansatzes ist insbesondere Judith Butler zu nennen, die feministische Kritiktraditionen mit der auf Foucaults Dioskurskritik basierenden Ansätzen verbindet. Schlussendlich finden sich immer wieder klassifikatorische Unternehmungen, die versuchen, der Semiotik als Wissenschaft mit eindeutig benennbaren, funktionalen Begriffen rechnunng zu tragen. Ein Klassiker ist Umberto Ecos einfach "Semiotik" betiteltes Werk. Das Problem dieser Ansätze ist jedoch immer wieder der nur geringe explikative Wert einer systematischen Klassifikation von beliebigen Werken nach einer solchen Begrifflichkeit. Verloren geht die reflektierende, entwickelnde Dimension im Zeichengebrauch, die für minimal anspruchsvolle Werke typisch ist. Ecos Analysen von Trivialliteratur wie den James-Bond-Romanen Ian Flemings zeigen aber immerhin, dass Trivialliteratur eben kaum in solcher Weise mit Zeichen spielt sondern offensichtliche moralische Schematisierunngen der Figuren über alle zeichenhaften Ausdrucksformen des Textes fortsetzt.

Wir bloggen im Folgenden mit besonderem Augenmerk auf eine Verbindung ikonographischer Semio-Semantik und dekonstruktiver, diskurskritischer Aspekte.

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